Ich will taufen lassen …

TaufeDann wenden Sie sich zuerst an mich (Almut Gallmeier). Ich spreche mit Ihnen den Taufsonntag ab und vereinbare den Termin für ein Taufgespräch, in dem ich Sie und den kleinen oder großen Täufling gern kennenlernen möchten. In der Regel taufe ich an jedem 2. Sonntag im Monat.

 

Die Taufe – Ihre theologischen Grundlagen

„Jesus Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und macht zu Jüngern alle Völker; Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,18-20)

Dieser Auftrag Jesu Christi, wie er uns im Matthäusevangelium überliefert ist, bildet die Grundlage, warum die christlichen Kirchen und so auch die evangelische Kirche bis heute Kinder und Erwachsene taufen. Alle so getauften Menschen bilden zugleich die Gemeinschaft der einen Kirche Jesu Christi, über alle Grenzen, Hautfarben und kulturellen Unterschiede hinweg; eine wahrhaft globale Bewegung.

Zur Taufe sind nur zwei Dinge nötig: Das Wasser und das Wort. Der Kirchenvater Augustin hat im 4. Jahrhundert beide Elemente in eine griffige Taufformel gebracht: „Es tritt das Wort zum Element und macht das Sakrament.“

Warum das Element des Wassers? Nun – Wasser hat eine reinigende Wirkung. Und genau diese Funktion ist hier gemeint. Denn die Taufe dient in erster Linie dazu, die Sünde und Schuld eines Menschen abzuwaschen. Früher – in der Alten Kirche – wurden die Menschen noch in fließenden Gewässern wie in Flüssen getauft. Sie stiegen ins Wasser, wurden komplett untergetaucht, damit der ´alte Adam` – der von Schuld gezeichnete Mensch – ertränkt wird und wir durch die Taufe ´geistlich` neu geboren wird (vgl. Röm 6,3-4). Natürlich sündigen auch getaufte Menschen. Aber mit ihrer Taufe beginnt ein Prozess, der immer neu von dieser Schuld befreit. Martin Luther hat davon gesprochen, dass täglich neu der ´alte Adam ersäufet werden muss`; in der Buße und im Gebet. Auch heute noch verwenden wir das Wasser und lassen es, indem wir es aus dem Taufbecken schöpfen, über die Stirn des Täuflings fließen. Dieses Fließen ist wichtig, denn es symbolisiert: Hier ist das lebendige Wasser, das die Kraft hat Altes – Schuld und Sünde – abzuwaschen und zu reinigen.

Warum das Element des Wortes? Nun – beim Taufen geht es nicht um ein direktes Reinigen und Abwaschen, wie im Bad oder in der Waschmaschine. Es ist vielmehr eine symbolische Handlung. Das verdeutlicht die Taufformel: „Ich taufe dich im Namen Gottes des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Drei Personen werden darin genannt: Gott Vater – er steht für den Schöpfer, der mit dem getauften Kind oder Erwachsenen seinen Bund schließt bzw. erneuert. Jesus Christus – mit seinem Namen wird an seine Kreuzigung und Auferstehung erinnert. Und die hatte nur ein Ziel: Dass allen Menschen ihre Sünde vor Gott vergeben wird. Als getaufte Christen tragen wir dieses Zeichen des Kreuzes, dass Gott uns in seinem Sohn vergeben hat und einen neuen Anfang schenkt. Und schließlich der Heilige Geist: Er ist das Band zwischen Himmel und Erde. So wie der Geist in Form der Taube bei Jesu Taufe im Jordan herabkam, so wird in der Taufe durch den Heiligen Geist eine lebenslange Verbindung zwischen dem Täufling und Gott geschaffen. Und die hält und gilt, weil sie von Gott ausgeht. In der Taufe handelt Gott am Menschen, nicht umgekehrt. Er wendet sich ihm zu, er nimmt ihn in seine lebensfördernde Gemeinschaft auf; kurzum –er schenkt ihm seine Gegenwart im Heiligen Geist.

Es ist etwas ganz Wunderbares in dieser über 2000 jährigen Tradition Menschen zu taufen. Es ist etwas unglaublich Aufbauendes zu wissen, dass Gott bis heute sein Band immer wieder neu zu uns Menschen knüpft. Er, der Lebendige, der uns mit dem Wasser der Taufe erneuert und belebt – ein Leben lang.