Strict Standards: Only variables should be assigned by reference in /homepages/29/d101886488/htdocs/cms/plugins/system/jdownloads/jdownloads.php on line 165

Strict Standards: Only variables should be assigned by reference in /homepages/29/d101886488/htdocs/cms/plugins/system/jdownloads/jdownloads.php on line 166

Strict Standards: Only variables should be assigned by reference in /homepages/29/d101886488/htdocs/cms/plugins/system/jdownloads/jdownloads.php on line 175
Stephanusgemeinde Bensheim - Monatsandacht

joomplu:1216

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder. 
(Spr 16,24)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

stellen Sie sich vor, Sie sitzen am Frühstückstisch. Vor Ihnen steht eine Schüssel mit ungesüßtem Haferbrei, direkt daneben derselbe Haferbrei mit frischen Früchten und Honig. Also mir würde die Auswahl nicht schwerfallen, der süße Haferbrei macht den Start in den Tag doch deutlich leichter. Und dann werden Honig ja auch noch heilende Kräfte zugesprochen. Bereits im Altertum wusste man von seinen konservierenden und reinigenden Fähigkeiten und im Mittelalter nutzte man ihn als Wundheilmittel, weil er entzündungshemmend und leicht antiseptisch wirkt.

Im Buch der Sprüche wird die heilende Wirkung des Honigs mit der Wirkung von freundlicher Rede verglichen. Diese sei „süß für die Seele und heilsam für die Glieder“.

Liest man diesen Monatsspruch des Monats Juni zum ersten Mal, dann könnte man das Gefühl bekommen, dass er einer Hochglanzpostkarte mit Monatsspruch Juni Lebensweisheiten entstammt. Das kann daher kommen, dass das alttestamentliche Buch, in dem er zu finden ist, zur sogenannten Weisheitsliteratur in der Bibel gehört. Es enthält Sammlungen von verschiedensten Sprüchen, die uns als Orientierung im Leben dienen. Den Hintergrund bildet dabei die Vorstellung, dass Gott in dieser Welt eine gerechte Ordnung geschaffen hat, die, wenn man sie befolgt, sowohl dem einzelnen Menschen, aber auch der ganzen Gemeinschaft ein gutes und gelingendes Leben ermöglicht. Zu diesem Leben gehört auch der direkte, verbale Umgang miteinander, der meist deutlich einfacher ist, wenn man freundlich miteinander umgeht.

Das Wort Honigseim kennen wohl die wenigsten, es beschreibt den Honig, der direkt aus der Wabe fließt, unbearbeitet und zähflüssig. So also soll freundliche Rede sein, süß und heilsam wie dieser Honig. Es gibt noch mehr Verse im Buch der Sprüche, die uns daran erinnern, wie wichtig es ist, mit unseren Worten sorgsam umzugehen und wie lebensspendend gute Worte sein können.Ich merke das immer wieder im Alltag, wenn ich jemandem einen schönen Tag wünsche oder die schönen Ohrringe bewundere, die die Frau vor mir an der Kasse trägt, oder wenn ich mich bedanke, weil mir jemand geholfen hat. Meistens werde ich dann einen kurzen Augenblick erstaunt angesehen und dann merke ich, wie sich in meinem Gegenüber etwas verändert.  Ich bekomme ein Lächeln und ein „Danke“, und dann geht er oder sie im wahrsten Sinne des Wortes aufgerichtet und viel beschwingter ihrer bzw. seiner Wege.

Ich glaube nicht, dass der Spruch meint, dass uns nie wieder ein böses Wort mehr über die Lippen kommen soll oder dass wir den ganzen Tag Komplimente verteilen sollen, aber wir sollten uns überlegen wie unsere Worte ankommen und aufmerksam durchs Leben gehen. Wie ich mit anderen umgehe, das ist eine Geisteshaltung. Wie nehme ich meine Mitmenschen wahr und nehme ich sie überhaupt wahr?

Für Jesus war klar, jeder Mensch kann unser Nächster sein und die Fürsorge für diesen Menschen ist unsere Pflicht. Jeder Mensch ist von Gott geschaffen, ist ein Kind Gottes – ein Gotteskind. Wie kann ich ihm dann etwas Gutes verweigern. 

Aufeinander achten, die anderen wahrnehmen mit ihren Sorgen, Nöten und Anliegen und füreinander sorgen, das macht für mich eine christliche Gemeinde – eine christliche Gemeinschaft – aus. Helfen können wir uns mit praktischen Taten, genauso wie mit freundlichen Worten. Wenn das gelingt, dann sind gute Worte für die Seele das was Honig für unseren Körper ist: belebend, kräftigend, heilend. 

Darum seien Sie freigiebig mit ihrer Freundlichkeit und großzügig mit guten Worten, denn  freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder“.

Ihre Pfarrerin
Astrid Maria Horn