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Stephanusgemeinde Bensheim - Monatsandacht

joomplu:1043

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28,20)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

plötzlich lag er in diesem Klinikbett. Eben noch voll im Alltag, eingebunden in private und berufliche Zusammenhänge – und jetzt diese neue, unbekannte und beängstigende Situation.

Völlig überraschend hatte es ihn umgehauen, von einem Moment auf den anderen machte sein Körper nicht mehr mit. Und jetzt bedrängten ihn bange Fragen: Was ist mit mir? Was wird mit mir sein? Wie lange muss ich hier noch bleiben? Voll Unruhe lauschte er auf das Piepsen der Geräte, an die er angeschlossen war. Ganz allein war er hier. Doch da geht die Tür auf, der Freund kommt rasch herein, nimmt die Hand und sagt: „Ich bin jetzt da, ich lass dich nicht allein.“

… Nicht allein! Wie wohltuend und unendlich erleichternd diese Worte, an uns gerichtet, sein können. Auf einmal beruhigt sich der Herzschlag, die Angst, die eben noch den Magen verkrampft hat, lässt nach, um einen herum ist es wieder heller geworden. Nicht allein – so lässt sich auch eine schwere Situation leichter ertragen oder eine ungute Nachricht besser verarbeiten.

Hiobsbotschaften kündigen sich oft nicht an, sie lassen sich höchstens erahnen, meistens treffen sie uns unvorbereitet. Der Job gekündigt, die Beziehung zerbrochen, die Gesundheit dahin – nichts anderes als eine Hand brauchen wir da, die unsere eigene festhält, die uns stützt, wenn wir schwanken. Und eine Stimme, die sagt: „Ich bin da, ich helfe dir“. Als Jesus diese Worte spricht, die im Matthäusevangelium und über dem April als Monatsspruch stehen, da hatte Jesus gerade seinen Jüngerinnen und Jüngern einen Auftrag gegeben. Gerade war er zu ihnen zurückgekehrt; auferstanden aus Tod und Grab steht er nun vor ihnen, die beglückt zu ihm aufsehen und hoffen: Nie mehr allein! Jetzt bleibt Jesus immer bei uns! Doch da spricht Jesus: „Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker, tauft sie … lehrt sie …“

Und sie begreifen: Er wird nicht leibhaftig mit ihnen gehen. Jesus ist auferstanden, wird sich aber ein weiteres Mal von ihnen verabschieden. Wie sollen sie taufen, wie sollen sie lehren ohne seine Beistand? Angst macht sich breit. Was soll werden? Das werden sie nicht alleine schaffen ... Doch da hören sie Jesu Worte: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Und sie verstehen: Jesus gibt nicht nur einen Auftrag, sondern gleichzeitig die Zusage, dass er ihnen bei der Erfüllung beistehen wird, auch wenn er körperlich nicht mehr anwesend ist. Zu sich hatte er sie damals gerufen, „kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid …“ (Matthäus 11,28), und sie waren zu ihm gekommen, hatten Ruhe und Labsal erfahren. Und nun der Auftrag. Und diese Zusage.

Es ist der jesuanische Dreiklang: Kommt her – Geht hin – Ich bin da. Das Christentum ist keine Religion, in der es nur „Kommt her“ heißt und der Rückzug in die Innerlichkeit gefeiert wird. Immer ist damit auch ein „Geht hin“ verbunden, der Auftrag zur Hinwendung zum Nächsten.

Doch damit eben immer auch das tröstliche „Ich bin da“. Damals, am brennenden Dornbusch, hatte Gott sich mit diesen Worten dem Mose offenbart, den er beauftragte, zum Pharao zu gehen und das Volk Israel aus der Bedrückung zu befreien. Als Mose Gott nach seinem Namen fragte, antwortete Gott: „Ich bin der Ich-bin-da.“ 

Es ist also Gottes Identität, uns nie alleine zu lassen, was auch kommen mag. Sei es eine Situation, die uns hilflos macht, wie eine schwere Krankheit oder eine besondere Aufgabe, von der wir nicht wissen, ob wir sie bewältigen.

In der Passionszeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag bedenken wir, wie auch Jesus einen schweren und steinigen Weg bis zum Kreuz gegangen war und sich im Garten Gethsemane bei seinem himmlischen Vater rückversicherte, dass dieser ihm beistehen würde. Und wenn schon Jesus Gott um Hilfe und Kraft bat, wie viel mehr können und sollen wir Gott bitten, uns den Rücken und das Herz zu stärken für unser Leben und alle seine Herausforderungen!

Immer wieder begegnen wir Menschen, die unsere Kraft, unseren Zuspruch oder unsere Hand brauchen, seien es Freunde oder Fremde. Dann denken wir an die Worte Jesu „Geht hin!“ Denn der „Ich-bin-da“ wird uns in unserem Sein und Handeln jederzeit trösten und stärken. 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Passions- und Osterzeit!

Ihre Pfarrerin
Almut Gallmeier