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Stephanusgemeinde Bensheim - Monatsandacht

joomplu:1216

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. (Apg 5,29)

Liebe Leser:innen,

den Monatsspruch für den Monat Juli finden wir in der Apostelgeschichte. Die Jünger führen das Werk Jesu weiter, es geschehen Zeichen und Wunder durch ihre Hände. Und ganz erfüllt von all den Eindrücken der letzten Zeit – Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten – erzählen und predigen sie zu den Menschen.

Monatsandacht 06-2021Doch für dieses öffentliche Bekenntnis zu ihrem Glauben werden sie ins Gefängnis geworfen, man befiehlt ihnen zu schweigen, nicht mehr von Jesus zu erzählen. Da öffnet ihnen der Engel Gottes in der Nacht die Gefängnistüren und fordert sie auf, im Tempel aufzutreten und zum Volk von Gottes Botschaft zu reden. Und sie gehen hinaus und fangen wieder an zu verkündigen und Gott zu preisen. Sie haben so viel erlebt und können gar nicht schweigen über das, was sie im Innersten bewegt. Als sie erneut gefangen genommen werden und vom Hohen Rat befragt werden, warum sie sich nicht an das Verbot zu predigen und zu lehren gehalten haben, da fällt der Satz, Petrus und die Apostel sprechen ihn: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ 

Das Wort „horchen“ bedeutet hinhören, aufmerksam auf etwas lauschen und kann sowohl eine rein äußerliche, aber auch eine innere Haltung beschreiben. Die Aussage der Apostel stellt mich infrage: An wem oder was richte ich mein Leben aus? Auf wen höre ich? Wer oder was bewegt mich zum Handeln?

Petrus und die Apostel können die Frage ganz klar beantworten: Ihr Leben ist ausgerichtet am Evangelium, an Gottes froher Botschaft, die im Kern die Liebe ist. Das macht sie frei, auch gegen die aufzustehen, die in ihrer Welt die Macht haben, und das zu tun, was für sie das richtige ist: Gottes Wort zu verkündigen.

Eine Frau ist unterwegs. Sie trägt eine Tasche in der Hand, ohne diese geht sie nie aus dem Haus. In der Tasche sind immer dieselben Utensilien: Fotoapparat, Bürsten, Pinsel, Lösungsmittel und Farbe. Viele Jahre ist sie schon damit unterwegs. Mit wachen Augen schaut sie ihre Umgebung an, inspiziert Laternenpfähle und Häuserwände, Mauern und Plakatwände. Und wenn sie etwas entdeckt, dann schreitet sie zur Tat. Sie sagt, sie habe schon 90.000 Sticker und rund 10.000 Graffiti mit Hassparolen entfernt oder übersprüht, mit Herzen, einer Sonne oder einem lachenden Gesicht. Oder sie hat die Parolen umgeschrieben.

Erlaubt ist das, was sie tut, nicht. Schon mehrfach ist sie wegen Sachbeschädigung angeklagt worden. Aber sie zieht trotzdem immer wieder los, übermalt Hakenkreuze mit roten Herzen und verwandelt Hass mit bunter Farbe in etwas Neues, Frohes, Helles. Frei nach dem Motto: Hass ist krass. Liebe ist krasser.

Gott mehr gehorchen als den Menschen – das bedeutet, einzutreten für das, an was ich glaube. Es bedeutet aufzustehen, wenn Worte verletzen, Hass geschürt, Menschen abgewertet und Spaltungen herbeigeführt werden sollen. Es bedeutet, Unrecht zu benennen. Es bedeutet oft auch, unbequem zu sein, laut und widerständig. Es bedeutet, füreinander einzutreten, miteinander statt übereinander zu sprechen.

Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam auf Gottes Botschaft hören, dass wir uns davon erzählen mit Worten, die unsere Herzen bewegen und unsere Hoffnung stärken. Dass wir Segensworte finden, wo andere Hass säen. Dass wir gemeinsam träumen und an einer Welt bauen, deren Grundpfeiler Freiheit, Gnade, Barmherzigkeit und Gleichheit sind und über die sich die Liebe wie ein feingewebter blauer Himmel spannt.

Ich bin gespannt, wie Ihre Wünsche aussehen und was Sie mit dem Monatsspruch aus der Apostelgeschichte verbinden. Wenn Sie möchten, schreiben Sie es mir. Ich freue mich auf Ihre Antworten.

Ihre Pfarrerin Astrid Maria Horn