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Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. (Genesis 9,13)

Somewhere over the rainbow
way up high
There‘s a land that I heard of
once in a lullaby
Somewhere over the rainbow
skies are blue
And the dreams that you dare
to dream really do come true

Irgendwo über dem Regenbogen
ganz weit oben
da gibt´s ein Land, von dem ich einst
in einem Wiegenliede hörte
Irgendwo über dem Regenbogen
sind die Himmel blau
und die Träume,
die du dich zu träumen wagst,
werden wahrhaftig wahr

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die englischen Textzeilen stammen aus dem Lied „Over the rainbow“, das Judy Garland 1939 in der Verfilmung des Romans „Der Zauberer von Oz“ sang.

Der Regenbogen galt von jeher als Bote eines Landes, in dem Träume sich erfüllen, in dem Utopien wahr werden und wurde zum Sehnsuchtssymbol. Die italienische Friedensbewegung schrieb „PACE“ (Frieden) auf die Regenbogenflagge und diese verbreitetesich in alle Welt. Die Schwulen- und Lesbenbewegung nahm eine Regenbogenflagge als ihr Zeichen auf und bildete den Traum von einer gerechten Welt darauf ab, in der Minderheiten nicht mehr verachtet und diskriminiert werden. Wenn geliebte Haustiere sterben, heißt es, sie gehen über die Regenbogenbrücke in ein besseres Land.

Weltweit steht das Symbol des Regenbogens für Aufbruch, Veränderung und Frieden, Toleranz und Akzeptanz; mit seinen vielen Farben bildet der Bogen die Vielfalt der Lebensformen und Geschöpfe ab. Damit steht er seiner biblischen Herkunft sehr nahe. Der Regenbogen symbolisiert nach Genesis 9 die Verbindung Gottes mit den Menschen. Gott selbst hat dieses bunte Zeichen gesetzt.

„Ich meine es gut mit euch!“, ruft Gott den Menschen zu. Nie mehr will Gott die Erde vernichten, vielmehr verbindet sich Gott noch einmal neu mit seiner vielfältigen Schöpfung: Mensch und Tier und Erde. Die Verschiedenheit der Menschen spiegelt schon den Reichtum wider, der in Gott ist. Wie ist Gott? Schau in die Augen der Menschen dieser Welt! Eine bunte Menschheit, geschaffen nach Gottes Ebenbild. Wer will da sagen sagen, die einen Menschen seien mehr wert als die anderen? Wer mag da behaupten, die einen Menschen würden Besseres verdienen als die anderen? Wer beharrt da noch darauf, seine eigene Sicht auf die Dinge Leitkultur zu nennen?

Jesus, dessen Geburt unter nonkonformen Umständen stattfand und die wir in wenigen Wochen wieder fröhlich besingen und beseelt feiern werden – auch Jesus ermunterte seine Jüngerinnen und Jünger, überkommene Rollenbilder abzulegen und ihr Vertrauen ganz auf Gott zu setzen. Wie oft gestehen wir uns dagegen nicht mal mehr Träume zu, weil wir nicht wagen, auf eine bessere Welt, auf ein besseres Leben zu hoffen. 

Gott ist farbenreiche und unendliche Kreativität, gleichzeitig das Ziel aller Hoffnung, der Zufluchtsort aller Sehnsucht. Wenn wir uns an Gott halten, müssen wir also buchstäblich „Farbe bekennen“. Der bunte Regenbogen steht für Gottes biblisches Versprechen, uns Menschen niemals zu verlassen, und mag der Himmel noch so wolkenverhangen und dunkel sein. Für uns Christinnen und Christen hat dieses Versprechen Gottes einen Namen: Jesus, der spricht: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matth. 28,20).

Hinter dem Pfarrhaus steht direkt über dem Kirchberg immer mal wieder ein riesiger Regenbogen. Ich heiße ihn willkommen und bin dankbar, dass er mich an Gottes Versprechen erinnert, tagtäglich und nachtnächtlich an unserer Seite zu sein. So dass wir mutig sein können und keine Angst davor zu haben brauchen, mit neuen Menschen über neue Brücken zu gehen. Bis wir dieses Land über dem Regenbogen, ganz weit oben, einmal mit eigenen Augen sehen werden.

Gesegnete Weihnachten und ein gutes NEUES Jahr wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin
Almut Gallmeier