„Gute Erlebnisse machen den Unterschied“
Die EKHN-Synode hat Hannah Ferber, Mitglied der Stephanusgemeinde, in die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gewählt. Sie ist damit jüngstes Leitungsmitglied der EKHN-Geschichte.
Die 21-Jährige studiert seit Oktober in Heidelberg Politikwissenschaften und als Nebenfach Evangelische Theologie. Hannah Ferber ist seit vielen Jahren in der evangelischen Kirche engagiert, etwa als Jugendteamerin und als Mitglied der Jugend im Evangelischen Dekanat Bergstraße. Seit drei Jahren ist sie zudem Jugenddelegierte der EKHN-Kirchensynode. Nach ihrem Abitur
absolvierte sie einen Freiwilligendienst beim Lutherischen Weltbund in Genf und Praktika, etwa bei der Grünen Jugend Hessen, im Hessischen Landtag und bei der Schader-Stiftung in Darmstadt.
„Mein Blick auf Kirche ist ein politischer, und genauso möchte ich auch in der Kirchenleitung arbeiten. Seit Jahren engagiere ich mich für Klimaschutz. Das tue ich aus meinem Glauben heraus und mit dem Bewusstsein für den Auftrag, Gottes gute Schöpfung zu bewahren“, begründete Hannah Ferber in ihrer Bewerbungsrede ihre Motivation, Mitglied in der Kirchenleitung zu werden.
Im Interview mit der Frankfurter Rundschau spricht Hannah Ferber über Glauben, Jugend und Kirchenbindung und über Werte, die ihr besonders am Herzen liegen. Der Beitrag trägt den Titel „Junge Christin aus Hessen sagt: Ich bin Antifaschistin aus Nächstenliebe“. Hannah Ferber fragt sich darin unter anderem, warum Menschen aus der Kirche austreten und schließt aus ihrer Erfahrung: Gute Erlebnisse machen den Unterschied.
Der wichtigste Punkt sei für sie die Nächstenliebe. Das sei nichts anderes als Solidarität. Das bedeute, „meine Kirche ist politisch und trägt Nächstenliebe auch in die gesellschaftliche Debatte. Sie positioniert sich klar für Vielfalt und gegen den Hass, der sie bedroht.“ Weiter begründete sie ihr Engagement als Klimaaktivistin mit der Bewahrung der Schöpfung als „zutiefst religiöses Thema: Gott habe die Schöpfung gut gemacht, und wir müssten sie bewahren.“