Liebe Gemeinde,

17 Jahre sind lang – das merkt man erst, wenn man diesen Abschnitt beendet und alte Unterlagen sortiert. Briefe fallen mir da in die Hand, Fotos und Karten, Liedblätter früherer Gottesdienste, Gebasteltes und Gemaltes von Familiengottesdiensten, Ordner voller Protokolle von Sitzungen und Besprechungen …

Und dann halte ich im Sortieren inne und die Fülle all dieses gelebten Lebens in der Stephanusgemeinde steht mir vor Augen. Feste, die wir gefeiert und schwierige Situationen, die wir gemeistert haben, Begegnungen mit Lachen und Weinen, unzählige Gespräche und Besuche, und so viele Gottesdienste, feierliche und fröhliche, Taufen, Trauungen, Beerdigungen. Viele Menschen, die schon lange engagiert dabei oder neu dazugekommen sind. Menschen, die diese Gemeinde geprägt haben und nun schon bei Gott im Himmel sind.

Manchmal, wenn Anekdoten aus meinen Anfangsjahren in Stephanus erzählt werden, erschrecke ich ein wenig, weil es so lange her ist. Warum das für mich so besonders ist?

Weil ich noch nie so lange an einem Ort gelebt habe wie hier. Der Rekord waren acht Jahre, die ich als Kind und Jugendliche in einem Dorf gelebt hatte. Mehr als doppelt so lange lebe ich nun im Pfarrhaus in der Eifelstraße. Meine Kinder sind hier groß geworden; sie werden Bensheim und insbesondere „Stephanus“ immer als ihre Heimat in Erinnerung behalten.

Und ich bin voll Dankbarkeit für die gute Zeit, die ich hier als Pfarrerin verbracht habe, für all den Segen und die Freude, die guten Begegnungen und Erlebnisse. Und für alle, die das Stephanushaus zu einem Ort des Willkommens, des Glaubens, des Lachens und des Miteinanders machen und weiterhin machen werden.

Viele Abschiede und Umzüge und Aufbrüche haben mein Leben geprägt. Ein Bibelwort aus dem Hebräerbrief begleitet mich schon lange: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, aber die zukünftige suchen wir“ (Hebr. 13,14). Dieses Wort wird mich auch in die Evangelische Studierendengemeinde in Darmstadt begleiten, in der ich ab Februar die dortige Pfarrstelle übernehme. Und es ist auch ein gutes Wort für die Stephanusgemeinde – denn es verkündet, dass es eine Zukunft für uns gibt, wir müssen uns nur aufmachen und sie suchen. Gemeinsam mit anderen, gemeinsam mit den Menschen der Kirchengemeinden der Nachbarschaft. Darin liegt Segen!

Gott möge die Stephanusgemeinde weiterhin begleiten, Jesus Christus möge weiterhin ihr Zentrum sein, die Heilige Geistkraft möge weiterhin frischen Wind durch ihre Räume und die Herzen ihrer Menschen wehen!

Danke für alles und Gott befohlen!

Ihre Pfarrerin Almut Gallmeier

Der Kirchenvorstand lädt herzlich zum Abschiedsgottesdienst für Pfarrerin Almut Gallmeier am 25. Januar um 14 Uhr in die Stephanuskirche ein. Im Anschluss findet für alle im Stephanussaal ein Empfang statt.